Gesundheitsvorsorge
Es
gibt zahlreiche Gründe, sich vor dem Kauf eines Welpen über
Gesundheitsrisiken zu informieren. Wenn Sie wissentlich einen
kranken Welpen kaufen, werden Sie sich immer Sorgen machen, und neben
einer langen Krankenbetreuung möglicherweise auch hohe
Behandlungskosten haben. Sie werden nie so glücklich sein, wie mit
einem gesunden Hund.
Der Deutsche
Neufundländer Klub schreibt seinen Züchtern vor, die Welpen bis
zur
Abgabe mehrfach zu entwurmen. Achten auch Sie darauf, dass die
nachfolgenden Wurmkuren, die Ihnen Ihr Tierarzt vorgibt, eingehalten
werden. Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie den Hund alle 3 Monate
entwurmen. Gleiches gilt auch, wenn in Ihrer Nachbarschaft Bauerhöfe
mit einem Viehbestand sind. Besonders wichtig sind die jährlichen
Impfungen gegen Tollwut, Hepatitis, Staupe, Leptospirose, Parvovirose
und Zwingerhusten. In den ersten Wochen nach Abholung vom Züchter
sollten Sie keine Hundetreffs besuchen, da der volle Schutz der Impfung
möglicherweise noch nicht aufgebaut ist. Sicher ist sicher -
fragen Sie
Ihren Tierarzt!
Der
Neufundländer ist im Allgemeinen ein gesunder Hund und
viele der „Bären“ erreichen ein hohes Alter von 10 bis 12 Jahren
und mehr. Trotzdem sollten Sie nicht vergessen, dass keine Hunderasse
frei von Gesundheitsproblemen ist. Ob es sich nun um
rassespezifische oder auch um linienbedingte Probleme handelt. Einige
Defekte können durch entsprechende Untersuchungen bereits in
jungen Jahren festgestellt werden. Der
Deutsche Neufundländer
Klub hat verschiedene Tests zwingend vorgeschrieben, bevor die
Hunde in die Zucht kommen.
Allerdings gibt
es auch viele Krankheiten, für die es weder Tests gibt noch weiß man,
wie sie entstehen. Darum ist es für den Welpenkäufer sehr wichtig, Zeit
seines Lebens auf den Gesundheitszustand des „Bären“ zu
achten.
Wir möchten an
dieser Stelle besonders darauf hinweisen, dass Hundeausstellungen
Schönheitswettbewerbe sind. Sie sagen nichts über die Gesundheit aus.
Ein Neufundländer kann sich als wunderbarer Ausstellungshund
zeigen und
trotzdem mit genetischen Defekten belastet sein.
Hüftgelenksdysplasie
(HD)
Wie alle großen
Hunderassen, hat auch der Neufundländer Probleme mit der Hüfte.
Der Grund liegt in dem schnellen Wachstum in den ersten Monaten.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es sich um eine
genetische Disposition handelt. Wieviel und welche Gene an der
Ausprägung der Krankheit beteiligt sind, ist allerdings
unbekannt. Zweifellos können falsche Ernährung wie auch übertriebene
Aktivitäten in der Wachstumsphase die Krankheit fördern. Die
Wachstumsphase beträgt beim Neufundländer etwa 2 Jahre ( Faustregel, im
ersten Jahr wächst der „Bär“ in die Höhe, im zweiten Jahr in die Breite
und zum Schluss kommt der Kopf) Das ist der Grund, warum der
Deutsche Neufundländer Klub
seinen Züchtern vorgibt, die Hunde
erst spät, nämlich frühestens mit 18 Monaten röntgen zu lassen. Andere
Hunderassen, wie auch Neufundländer in manch anderen Ländern, werden
bereits früher, z. B. mit 12 Monaten geröntgt - was zu anderen
Ergebnissen führen kann.
Das Röntgen
erfolgt bei erfahrenen Tierärzten. Die Aufnahmen werden
jedoch der vom Deutschen
Neufundländer Klub festgelegten
Auswertungsstelle an der Universität Gießen, vorgelegt.
Die Auswertung
erfolgt nach einem von der FCI vorgegebenen Schema und nach
Bewertungskriterien, die ein Arbeitskreis anerkannter Wissenschaftler
und Tierärzte (Hohenheimer Kreis) festgelegt hat.
Die Ergebnisse
werden wie folgt klassifiziert:
HD –
A ( frei)
HD –
B ( Übergangsform, verdächtig)
HD –
C ( leichte HD)
HD -
D ( mittlere HD)
HD -
E ( schwere HD)
Das Ergebnis, z.
B. „A“, kann zur weiteren Differenzierung noch einmal unterteilt werden
( A1 oder A2 ). Im Deutschen
Neufundländer Klub ist die Zucht mit „A“
und „B“ erlaubt. Für die Stufe „C“ gibt es die Einschränkung,
dass der Paarungspartner eine bessere Bewertung aufweisen muss.
Für die Stufen „D“ und „E“ gilt ein absolutes Zuchtverbot.
ALLE
Auswertungsergebnisse, also auch die zuchtausschließenden, werden von
der Zuchtbuchstelle in der Klubzeitung veröffentlicht. Dies gilt
übrigens für alle Vorsorgeuntersuchungen.
Ellbogendysplasie
Wie bei
der „HD“ ist auch hier eine Vorsorgeuntersuchung für Zuchttiere
vorgeschrieben.
Die
Bewertungskriterien lauten
ED – 0
ED - 1
ED - 2
ED - 3
Hunde mit den Stufen 2 und 3 sind von der Zucht ausgeschlossen.
Herzkrankheiten
Wie andere
Hunderassen, können auch Neufundländer an Herzkrankheiten leiden.
Ausgewählte Tierärzte untersuchen auf die „Sub-Aorten-Stenose
(SAS)“ wie auch auf die DCM. Nur Hunde ohne
Befund dürfen zur Zucht zugelassen werden.
Cystinurie
Durch die
Entwicklung eines Gentests kann diese vererbbare Krankheit (Nieren-,
Blasensteine ) bekämpft werden. Da es sich um einen einfachen
(autosomalen ) Erbgang handelt, kann auch mit Genträgern gezüchtet
werden, wenn der Paarungspartner diesen Defekt nicht aufweist.