Gisa Schicker


Am 24.08.1943 in Stadtilm als Tochter eines Schuh-und Lederfabrikanten geboren, wuchs ich in einem wohlbehüteten Elternhaus auf, in dem Teckel stets zur Familie gehörten , während meine Großeltern Kleinspitze als ständige Begleiter und Wächter des Fabrikgeländes besaßen. Mit vier Jahren wurde ich bereits stolze Besitzerin eines kurzhaar  Zwergteckels, den ich in den folgenden Jahren im wahrsten Sinne des Wortes stets mit mir „herumschleppte". Nach Abschluß der Polytechnischen Oberschule begann ich die Ausbildung zur Industriekauffrau und zeichnete anschließend verantwortlich für den Ein- und Verkauf in unserem Betrieb. 1966 bewarb ich mich erfolgreich an der Kunsthochschule Leipzig.
Nach meiner Eheschließung 1967 widmete ich mich in den folgenden Jahren als Hausfrau und Mutter vornehmlich der Erziehung unserer drei Kinder.

Meine züchterischen Aktivitäten nahmen 1973 mit der Zucht pfeffersalzfarbener Schnauzer unter dem Zwingernamen „vom Bartenwetzer" ihren Anfang, und von 1982 bis 1998 züchteten mein Mann und ich ausschließlich schwarze Riesenschnauzer.
Aus unserem Zwinger gingen zahlreiche nationale- und internationale Champions, Welt-, Europa-und Bundessieger hervor. Viele „Bartenwetzer" wurden im Gebrauchshundesport geführt und das schweizer Militär bildete sie erfolgreich zu Katastrophen- und Lawinensuchhunden aus.

Für folgende Rassen bin ich Spezialzuchtrichterin: Affenpinscher, Zwergpinscher, Deutsche Pinscher, Zwergschnauzer, Schnauzer, Riesenschnauzer, Neufundländer, Dalmatiner, Rhodesiean Ridgeback.
Gegenwärtig bin ich Richteranwärterin für die gesamte FCI-Gruppe 6.
Richtertätigkeiten in fast allen europäischen Ländern; Neuseeland, Indonesien, Australien, Brasilien; Bundes- und Europasiegerzuchtschauen, Weltausstellungen in Italien 2000 und in Deutschland 2003; Juniorhandlingbewerterin auf nationalen und internationalen Ebenen.

Mitautorin der Monographie „Riesenschnauzer", Verfasserin von Beiträgen über Hundezucht im allgemeinen und über Schnauzer im besonderen -Veröffentlichung auch in USA. Ausübung verschiedener Funktionen im Pinscher-und Schnauzer-Klub:
LangjährigeZuchtwartin, Lehrrichterin im Pinscher-Schnauzer-Klub,dem DNK und dem Rhodesian-Ridgeback-Klub.

Die Hauptaufgabe des Richters im Ring besteht darin, die Vorzüge des Hundes gegen seine Schwächen und Mängel abzuwägen, was nicht nur des Richters fundierte Kenntnis und sein Verständnis des Standards voraussetzt, sondern er muß die Standardvorgaben nachvollziehen, auf das jeweilige vor ihm stehende, lebende Exemplar anwenden und dann auf dieser Basis sein Urteil fällen. Aber, gäbe es nur perfekte Hunde im Ring, wäre das Richten sehr einfach. In der wirklichen Welt stellt die Entscheidung, welcher Vorzug oder Fehler des zu beurteilenden Hundes mehr oder weniger Bedeutung hat, die besonders anspruchsvolle und schwierige Aufgabe des Richters dar. In diesem Zusammenhang darf niemals vergessen werden, daß zuerst die Rasse da war und danach der Standard geschrieben wurde. Daher betrachte ich es als unerläßlich, die Geschichte und die ursprünglichen Funktionen des Neufundländers in die Beurteilung mit einzubeziehen, immer wissend, daß ein wirklich großartiger Hund sehr wohl mit seinen kleinen, verzeihlichen Fehlern leben kann. Richten heißt für mich, den Hund zu finden, der die wichtigsten Merkmale seiner Rasse am besten verkörpert. Dann vergleiche ich die im Ring anwesenden Hunde untereinander und die Entscheidung muß für den Neufundländer fallen, von dem man erwarten kann, daß er der Gesunderhaltung und Weiterentwicklung der Rasse bestmöglich dient.
Gisa Schicker

(entnommen: "Unser Bär - Der Neufundländer" 5/2004)