The Newfoundland Dog
Von Harold MacPherson
(Anmerkung: Harold MacPherson war der Begründer der Rassehundezucht des Neufundländers auf Neufundland. Er war auch Zuchtrichter und Vorstandsmitglied des amerikanischen Neufundländer Klubs. Der vorliegende Artikel stammt aus den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts)
In seinem Gedicht „Die zwei Hunde“ das Robert Burns im Jahre 1786 schrieb, zählt er den Neufundländer zu den aristokratischen Hund, wie es der nachstehende Auszug belegt:
„The first I´ll name, the ca´d him Cäsar,
Was keepit for his honour´s plaesure:
His hair, his size, his mouth, his lugs,
Showed he was nane o´Scotland´s dogs;
But whalpit some place far abroad,
Where sailors gang to fish for cod.
His locked, lettered, braw brass collar
Showed him the gentleman and scholar:
But tough he was o´high degree,
The fient a pride – nae pride had he.”
Von allen großen Hunderassen hat wohl keine ein freundlicheren und ruhigeren Charakter als der Neufundländer. Die gilt auch für die Vertrauenswürdigkeit, die man ihm als Wächter für Kind und Heim entgegen bringen kann.
Für das vielleicht berühmteste Bild das Sir Edwin Landseer malte, stand ein Neufundländer Modell. Und der Titel des Gemäldes, „A Distinguished Member of the Humane Society“ ist für einen Neufundländer eine Ehre. Und der Anspruch auf eine solche Auszeichnung ist durchaus gerechtfertigt. Sowohl durch die nachweisbare Ergebenheit des Neufundländers seinem Herrn gegenüber als auch durch die zahlreichen Rettungstaten in Flüssen und Meeren.
Der abgebildete Hund war ein typischer Vertreter seiner Rasse. Auch heute, gut hundert Jahre später, zeigt ein Vergleich, dass auch einige der heutigen Neufundländer durchaus für Landseer´s Bild hätten Modell stehen können. Das Bild zeigt einen Hund von großer Schönheit. Würdevoll und von gütigem Charakter – wobei die Augen fast ein menschliches Verstehen zeigen.
Als Sir Walter Scott´s Enkel Johnnie Lockhart geboren wurde schrieb Scott voller Hoffnung, dass sein geliebter Neufundländer MUNGO den Neuankömmling akzeptieren möge. Und Jahre später ging seinem Enkel der größte Wunsch in Erfüllung: Man schenkte ihm einen Neufundländerwelpen.
Über ein Festessen bei dem großen Komponisten Richard Wagner berichtete ein Gast, dass Wagner nach dem Essen eine Seitentür mit den Worten öffnete, „Und nun lassen wir uns von zwei geborenen Kavalieren unterhalten“. Herein kamen zwei riesige, würdevolle Neufundländer.
Charles Dickens bevorzugter Hund war DON, ein wunderschöner Neufundländer und dessen Sohn BUMBLE . Im Jahre 1968 schrieb Dickens:
„Eines Tages kam BUMBLE in Schwierigkeiten als er zwischen Treibholz herum schwamm. Er geriet in Panik. DON war gerade in meiner Nähe und schüttelte sich das Wasser aus dem Fell. Er schaute sorglos in der Gegend umher als er plötzlich den Ernst der Lage erfasste. Mit einem Satz war er bei BUMBLE und zog ihn an den Ohren heraus. Die Art wie er das machte war wirklich einzigartig.“
Es ist klar, dass Hunde die eine solche Aufmerksamkeit auf sich lenken konnten, keine durchschnittlichen Hunde sein konnten. Und es ist mein Bestreben, einen Überblick über ihre Herkunft und eine Beschreibung ihrer Merkmale zu geben.
Einer der Vorfahren des Neufundländer war vermutlich der Pyrenäenhund. Er ist einer der schönsten Hunde und seine Gestalt entspricht der des Neufundländers. Die baskischen Fischer, von denen berichtet wird, dass sie schon vor 1506 Neufundland besuchten, hatten sicherlich die cremefarbenen Pyrenäenhunde als Schiffshunde an Bord. In Frankreich und Spanien diente dieser große Berghund den Schafhirten in erster Linie als Wachhund. So schützten sie ihre Herden vor Räubern, Bären und Wölfen. Die Hunde waren so zuverlässig, dass der Schäfer seine Herde für zwei bis drei Tage in ihrer alleinigen Obhut lassen konnte.
Doch als in den Pyrenäen mit der Zeit die Wölfe und Bären immer weniger wurden, ging auch die Hundezucht zurück. Rassetypische Hunde waren nun selten.
Die Engländer nahmen als begeisterte Jäger natürlich Wasser-Spaniel, andere Entenjagdhunde und Mastiffs mit. In gleicher Weise verfuhren die Franzosen, Spanier und Portugiesen, die ihre großen Hunde auf ihren Salzfahrten von Cadiz nach Neufundland brachten.
„Hier, wo die schweren Brecher brausend anbranden und die schäumende Gischt hoch auf den Strand schleudert....“, hier entfaltete und entwickelte sich ein neuer Hundetyp den man Neufundländer nannte.
Die heutigen Nachkommen dieser Hunde sind durchweg langhaarig, schwarz, weiß oder eine Kombination dieser Farben. Sie sind kraftvolle Hunde. Starkknochig, wesensfest und sie wiegen zwischen 70 und 100 Pfund. Wie alle Hunde die für die Arbeit gezüchtet wurden und keinen Rassestandard haben, war jener Hund der Beste, der seine Arbeit am Besten verrichtete.
Der typische Neufundlandhund hat eine dichte Unterwolle. Sie ist so wasserundurchlässig wie die anderer Wassertiere. Beispielsweise die des Fischotters, dessen Fell bekanntlich wasserabweisend ist. Manchmal treibt diese Wasserfreude den Hund so weit auf das Meer hinaus, dass er vom Strand aus kaum noch zu sehen ist.
In dem an der St. Mary´s Bay gelegenen Dorf Branch sah ich unlängst einen Neufundländer der nach einem Knochen oder Stein jagte, dabei von einer 12 Fuß hohen Brücke sprang, um ihn dann aus einer Wassertiefe von 8 bis 10 Fuß heraus zu apportieren. Nicht ohne die anschließende Bitte, den Gegenstand wieder in das Wasser zu werfen.
Es hat den Anschein als seien diese Hund bei ihrer eindrucksvollen Arbeit am glücklichsten. So beim Apportieren, wenn sie mit ihrem Herrn auf der Seevogeljagd sind. Bei der Entenjagd sind sie von unschätzbarem Wert. Sie springen dabei von Klippen oder aus einem Boot in die rauhe See und verfolgen die angeschossene Ente. Verfolgen sie sogar bis unter das Eis ohne aufzugeben. Und da sie sanft zubeißen, apportieren sie ihre Beute ohne Verletzungen.
Daneben wird der Neufundländer von unseren Fischern und Bauern auch zum Viehhüten eingesetzt.
Doch auch im Winter hat er seinen Nutzen bewiesen. Zu Dreien oder Vieren vor einen Schlitten gespannt ziehen sie in leichtem Galopp mit ihrem Herrn kilometerweit in das Landesinnere. Um dann mit einer Ladung Brennholz wieder heimzukommen. Während des Winters kamen diese Hunde auch bei der Königlich Britischen Post zum Einsatz. Sie hielten den Postverkehr zwischen den einsamen Außenhäfen nördlich der Bahnlinie und den Eisenbahnstationen aufrecht. Dies galt auch für die Verbindung der einzelnen „Outports“ untereinander. Ein Team von durchschnittlich sieben Hunden brachte sowohl Post als auch Passagiere über gefrorene Sümpfe, durch dicht Wälder und verschneite Straßen die selbst für starke Ponygespanne unpassierbar waren.
Sie waren bekannt dafür, dass sie Entfernungen von 70 Meilen zurücklegen konnten. Ohne vom Weg abzukommen und bei Schneefall brachten sie ihre Landung zum Bestimmungsort. Was ja meist erst die halbe Strecke bis nach Hause bedeutete. Und während dann die Hundeführer und Passagiere über die Reise und die Fahrzeiten diskutierten, lagerten die Hunde vor dem Haus. Um sich vor der Kälte zu schützen rollten sie sich zusammen und bedeckten die Schnauze mit ihrer Rute. So verwandelten sie sich nach einer Weile in kleine Schneehügel.
Für diesen Dienst im Auftrage seiner Majestät wurde der Neufundländer zweimal als Rasse ausgezeichnet und darüber hinaus in seinem Heimatland durch Briefmarken geehrt.
Pastor G. G. Howse erzählt die Geschichte seines Hundes CAPTAIN, den er schon als Welpen erhielt. Im Winter des Jahres 1910 ging seine Jagdgruppe in der Nähe von Terra Nova mit zwei Hundegespannen auf die Cariboujagd. Nach dem Frühstück banden sie die Hunde am Lagerplatz an damit sie in Ruhe auf die Jagd gehen konnten. Sie hatten sich schon gut eine Meile vom Lager entfernt als sich ein Tier losriss und ihnen folgte. Sie brachten es zurück zum Lager und sahen dort, dass Mr. Howse´s Hund CAPTAIN zwei andere Hunde daran hinderte, ihre Leinen durchzubeißen. Von diesem Zeitpunkt an wusste sein Besitzer, dass er sich auf CAPTAIN verlassen konnte, dass dieser den Schlitten bewachen würde - egal ob er nun eine oder zehn Stunden warten musste. Und wenn man es ihm befahl, brachte er den Schlitten auch allein nach Hause.
Mr. Howse erzählte eine weitere Begebenheit. Eines Frühlings - man bereitete sich auf die Labradorfischerei vor - waren zwei ihrer Boote an Land gezogen worden um einen neuen Anstrich zu erhalten. Das dritte war einige Meilen entfernt um einen Auftrag zu erledigen. Doch sie benötigten ihre Fischwaage die sich auf dem Schoner befand, der gut 400 Meter vor der Küste ankerte. Es war zu früh eines der frisch gestrichenen Boote zu Wasser zu lassen. Und während man noch überlegte was zu tun sei, kam CAPTAIN längs des Weges. Sein Herr rief dem Mann auf dem Schooner zu, er möge die Wage bereit halten. Anschließend zeigte er auf das Schiff und sagte: „CAPTAIN, hol´ die Waage!“ Ohne zu zögern schwamm CAPTAIN zum Schiff. Der Mann legte die Waage quer in die Hundeschnauze und bald drauf kam CAPTAIN mit dem Gegenstand zurück.
Im Sommer desgleichen Jahres segelte man mit einer leichten Brise an der Küste Labradors entlang. Mit dem Proviant hatte die Mannschaft keine Schwierigkeiten da immer zahlreiche Vögel in Reichweite der Gewehre waren. CAPTAIN war ein aufmerksamer Beobachter. Immer wenn ein Vogel getroffen niederfiel, sprang er über Bord und apportierte ihn. So brachte er manchmal fünf bis sechs Vögel zum Schiff.
Ein junger Kaufmann und begeisterter Jäger von der Insel Fogo erzählte, wie er eines Morgens mit seinem Freund und ihren Neufundländern auf die Entenjagd ging. Im Morgengrauen erreichten sie das Jagdrevier, eine kleine Meeresbucht unterhalb eines Hügels. Wie sie nun gerade angekommen waren, tauchte auch ihr neun Monate alter Welpe auf den sie zwar zu Hause eingesperrt hatten, der sich aber befreien konnte. Nun, sie banden den Welpen an die Halskette des älteren Hundes damit er nicht fortlaufen und die Vögel aufscheuchen konnte. Mit zwei Salven aus ihren doppelläufigen Flinten erlegten sie gut 20 Enten. Beide Hunde wurden freigelassen, wobei der Welpe dem älteren Hund folgte. Es war Ebbe und am Strand türmte sich eine Eisbarriere von mehr als 60 Zentimeter auf. Für die Hunde war es daher unmöglich wieder an Land zu kommen. Die Männer packten die Hunde mit einem Fischhaken an den Halsbändern und zogen sie soweit auf die Eisbarriere, dass sie die Vögel apportieren konnten. Der Welpe machte seine Arbeit instinktiv und brachte so 22 Enten zurück. Zum Schluss zogen die Jäger auch die Hunde über die Eiskante. Was keineswegs schlimmer war als ihr langer Aufenthalt und das Tauchen in dem eisigen Wasser.
In der Hochseefischerei an der Südwestküste ist es nicht ungewöhnlich einen Hund am Speigatt eines Schiffes zu sehen. Denn wenn der Fisch an die Wasseroberfläche gezogen wurde, sprang er häufig vom Haken. Das war der Augenblick wo dann der Hund zupackte.
Ein Fischer konnte während der Sommersaison mit Hilfe seines Hundes die Fangmenge verdreifachen und somit einen Rekord erzielen. Dabei musste der Hund häufig tauchen um den vom Haken flüchtenden Fisch zu fangen.
Im Dezember 1919 kamen einem Neufundländer seine Unerschrockenheit und seine amphibischen Qualitäten gut zustatten als in der Nähe der Bonne Bay der Küstendampfer ETHIE mit 92 Passagieren an Bord havarierte. In den stürmischen Gewässern an dieser felsigen Küste konnte sich kein Boot behaupten. Und vermutlich wären alle Menschen an Bord umgekommen, hätte es nicht die Schiffshunde des Reeders gegeben. Auf Befehl seines Herrn kämpfte sich einer dieser Hunde durch die schäumende Brandung um in seinem Maul ein dünnes Seil an den Strand zu bringen. An diesem Seil zog man eine starke Trosse an Land, spannte und sicherte sie. Danach konnten alle Menschen mit einer Hosenboje gerettet werden. Darunter ein Baby das man zuvor in einen Postsack legte. Bis auf einen Bericht in einer Zeitung wurde dem Hund jedoch keine besondere Aufmerksamkeit zuteil.
Es ist vielleicht interessant, dass im Jahre 1914 die Londoner Zeitung „Daily News“ einen Preis für den mutigsten Hund Englands aussetzte. Gewinner war ein Neufundländer „weil er Willi Frampton vor dem Ertrinken in einem Fluss rettete – und andere Heldentaten vollbrachte.“
Die „Daily Mail“ brachte in ihrer Überseeausgabe vom 13. Juni 1936 ein Foto von dem kleinen Jungen Roland Sprowson und einem Neufundländer namens REX und berichtete dazu: „Als Anerkennung für seinen dreimaligen Rettungseinsatz wurde ihm soeben die Bronzemedaille der Hundeverteidigungs-Liga verliehen.“ Roland spielte auf den Sandbänken des Humberflusses und man beobachtete wie REX den Jungen vom Wasser fortdrängte, in Richtung des Hofes. Der Junge machte sich auf den Weg nach Haus wobei er in die Nähe der Eisenbahnlinie kam. REX hielt den Jungen fest als gerade ein Schnellzug vorbeifuhr.
Aus dem Neufundländer heraus entwickelte sich der Retriever. Diesen kleinen Neufundländer nennt man Labrador. Vermutlich, um ihn von seinem Bruder den Neufundländer unterscheiden zu können.
Der „echte“ Labrador, nämlich der Husky oder Schlittenhund ist ein Halbbruder des Wolfes und tötet alles – Kinder, Erwachsene, Rinder, Pferde oder Haushunde. Seit geraumer Zeit ist es daher verboten, den Husky auf unsere Insel zu bringen. Andererseits fanden zahlreiche Neufundländer durch die Fischer ihren Weg nach Labrador. Aus diesen Kreuzungen mit dem Husky stammt der Husky mit Hängeohren, auch „Lopeared Labrador“ genannt.
Meiner Meinung nach ist es äußerst unwahrscheinlich, dass der Husky mit seinen Stehohren und seinem Wolfsblut auch nur entfernt etwas mit den anmutigen Labrador Retrievern zu tun hat, die 1903 unter diesem Namen als Ausstellungshunde einen Rassestandard erhielten. Es ist allerdings möglich, dass der Name „Labrador“ von dem portugiesischen Wort „lavrador“ abgeleitet wurde, was übersetzt „Arbeiter“ bedeutet. Der Labrador hat eine enge Beziehung zum Schlitten- und Arbeitshund Neufundlands.
In England wurde der Neufundländer erstmals 1732 erwähnt. Man kreuzte ihn mit dem Setter und dem Collie. Es war der Versuch eine neue Rasse mit besonderen Qualitäten zu züchten. Ziel war eine gute Nase, ein sanfter Apportierbiss und Intelligenz. Dazu ein Fell das ihn vor den negativen Folgen häufiger Tauch- und Wassereinsätze schützen sollte. Um das Jahr 1850 erfolgte eine weitere Zuchtverbesserung durch einen schwarzhaarigen Hund , den man von Neufundland nach England einführte. 1932 importierte der Duke von Buccleuch erneut frisches Blut von hier nach England mit der Hoffnung, dies würde seine Rasse noch stärker und härter machen. Von diesem kraushaarigen Curly-coated Retriever ist es dann nur noch ein kurzer Weg zu seinem Cousin, den Flat-coated Retriever.
Im Winter des Jahres 1935 traf ich in Brüssel einen australischen Besucher. Er verglich die australischen Schäferhunde mit den Neufundländern. Er erzählte, dass die Schäferhunde von Welpenbeinen an darauf trainiert wurden, nicht zu bellen, da dies die Schafe aufschrecken würde. Erfüllten sie nicht die Bedingungen, erschoß man sie. Später habe ich dann gelesen:
„Der Neufundländer gedeiht in Australien prächtig. Oberst Mundy, der dort als Vizegeneral dient, schrieb 1846 in seinem Erfahrungsbericht: Einige Neufundländer in diesem Land sind die schönsten die ich jemals gesehen habe. Viel größer und stattlicher als der Labradorhund, der nicht so groß und dessen Fell nicht so gekräuselt ist ( „The Labrador Dog“ von Generalleutnant Lord George Scott und Sir Middleton, S. 95,104).“
Neufundländer können sich den verschiedenen Klimazonen sehr gut anpassen. Sie verbreiteten sich in den vergangenen Jahren in England, Italien, Deutschland, Portugal, Frankreich, Nord-Afrika, Brasilien, Kalifornien und den Westindischen Inseln. In den erstgenannten drei Ländern gibt es aktive Neufundländer-Clubs.
Aus Mexiko schrieb mir ein Mann: „Mein Neufundländer zeigt nun langsam sein Alter (10 Jahre) und nun möchte ich gerne einen Welpen haben damit dieser noch von ihm lernt bevor er zu alt ist.“
Weiterhin gibt es da noch den Chesapeake Bay Hund, eine der wenigen „geplanten“ Rassen in den Vereinigten Staaten. Der Überlieferung zufolge liegt der Ursprung in einem Hund eines Schiffes das, auf dem Weg von Neufundland nach England, an den Küsten der Chesapeake Bay strandete. Eine Kreuzung dieses Hundes mit einem leberfarbenen Hund soll dann den echten Chesapeake Bay Retriever ergeben haben. Der größte Unterschied zum gewöhnlichen, wellhaarigen Englischen Retriever ist seine Farbe.
Eine weitere Fremdkreuzung des Neufundländers ist der Bernhardiner. Durch eine Lawine und den Ausbruch der Hundestaupe starb eine große Zahl dieser Hunde. Die restlichen Bernhardiner wurden mit dem Neufundländer oder dem Pyrenäenhund gekreuzt weil ihre Eigenschaften fast identisch waren.
In die gleiche Linie gehört der Leonberger. Ergebnis einer geschickten Kreuzung aus Neufundländer, Bernhardiner und dem Wolfshund der Pyrenäen. Heraus kam dabei einer der größten und ansehnlichsten, langhaarigen Hunde überhaupt. Bekannt für seinen Scharfsinn, seine Größe und Treue. Er erreicht eine Schulterhöhe von 33-35 inches ( 1 inch = 2,54 cm) . Als Herr Verkruzen, ein deutscher Naturforscher aus Württemberg vor 60 Jahren die Insel besuchte, brachte er drei sorgfältig ausgesuchte Exemplare nach Neufundland.
Dass der Neufundländer auch Fähigkeiten besitzt die man eigentlich dem Bernhardiner zuschreibt, zeigt die folgende Geschichte, die Mr. Don C. Seitz in seinem Buch „The Great Island“ erzählt:
In seinen jüngeren Tagen war Pastor Patrick W. Browne die Missionsarbeit auf seiner Heimatinsel anvertraut. Dabei unternahm er von seinem Haus aus auch lange Reisen per Pferde- oder Hundeschlitten. Eines Winters wurde er bei seiner Rückkehr vier Meilen vor der Siedlung von einem heftigen Schneesturm überrascht. Der Weg verschwand schnell unter den dicht fallenden Schneeflocken und der Wind tat sein Übriges. Die Nacht brach herein. Das Pony verlor bald vollständig die Orientierung. Der Pastor hatte für einen Missionsbruder einen jungen Neufundländer namens SKIP dabei. Der Welpe wartete geduldig bis er offenbar merkte, dass sein Herrchen vollkommen verwirrt war. Da bellte er ein- oder zweimal und verschwand in der Dunkelheit. Bei Dr. Browne wuchs die Verzweiflung und die Angst ob er diese Nacht bei Eis und Schnee würde überleben können. Um sich warm zu halten bewegte er sich im Windschatten des Ponys. Nach ungefähr zwei Stunden hörte er Schüsse und bald sah er das Licht einer flackernden Laterne. SKIP war in Dunkelheit und Sturm nach Hause gelaufen. Dort rannte er herum und bellte und überzeugte damit einen christlichen Mitbruder, dass dem Pastor etwas passiert sein musste. So griff sich der Bruder eine Laterne und einen Stock und folgte dem Hund.“
Vor vierzig Jahren kaufte ich mir den ersten Welpen – den ich aus einem Wurf von Zwölfen auswählte. Das war zu jener Zeit, da alle Familien die einen Jungen hatten auch einen Hund zur Familie zählten. OSCAR wuchs zu einem gutaussehenden, kraushaarigen Tier von über 50 kg heran. Er wurde zum Zughund und zum Apportieren ausgebildet und war auch ein Lasttier, das Pakete transportieren konnte. Er war ein ausgezeichneter Wasserhund. Schwimmend wie ein Biber tauchte er nur dann und wann auf, um Atem zu holen. Wenn wir schwimmen gingen lag er wachsam auf einer Bank. Hob jemand die Hand und tat so als würde er ertrinken, stürzte er in das Wasser um zu retten. Im Alter von acht Jahren begleitete OSCAR ein Mitglied unserer Familie zur Eisenbahn. Als der Zug um die Ecke kam und auf sie zufuhr glaubte der Hund seinen Begleiter in Gefahr. Er wollte ihn schützen und griff daher den Zug an. Er wurde von dem Schutzgitter der Lokomotive zur Seite geschleudert und landete bewusstlos im Unterholz. Er hatte eine eingedrückte Fraktur am Schädel. Zwar erholte er sich wieder, konnte aber hinterher nicht mehr zwischen willkommenen und unwillkommenen Besuchern unterscheiden. So musste er mit einem Maulkorb herumlaufen, außer es handelte sich dabei um ein Familienmitglied.
Es war damals noch die Zeit, da man der Schafzucht Vorrang einräumte. Wobei man sich mehr mit der Ausrottung von Hunden, denn mit der Vermehrung der Schafe beschäftigte. Nur einem Schäferhund war es erlaubt zu leben. Die Tatsache, dass ein nicht ausgebildeter Schäferhund von Natur aus Schafe hetzte, wurde vom Gesetzgeber offensichtlich nicht berücksichtig. Wie auch der Hinweis, dass der Pyrenäen-Schäferhund einer der Vorfahren des Neufundländers war, half nicht bei der Verteidigung. So fielen dieser Regelung bis auf ein paar Reste viele Hunde zum Opfer.
Im Jahre 1901 besuchten der Herzog und die Herzogin von Cornwall und York – Eltern unseres heutigen Königs – unsere Insel. Sie erklärten sich bereit einen Neufundländer als Geschenk anzunehmen. Als Mitglied des Auswahlkomitees war ich darüber sehr erfreut. Wir suchten den besten Hund aus den es zu jener Zeit gab und trainierten ihn als Zughund. Wir hofften, dass dieses Geschenk – zu dem auch ein extra gebauter Wagen gehörte, den Kindern am königlichen Hof Freude bringen würde. Nach der offiziellen Übergabezeremonie ging Ihre königliche Hoheit zu dem Hund und streichelte ihn. Und für uns war es ausgesprochen angenehm zu hören als sie sagte, „ist er nicht wunderschön?“ Worauf der stolze Hundeführer spontan antwortete: „Bei Gott, Ma´am, das ist er. Sie werden keinen Besseren finden als ihn!“
Im Jahre 1903 besuchte ich die Westküste ( wo man sich zu jener Zeit noch der Neufundländerzucht widmete). Dort schenkte mir freundlicherweise Kapitän Hardy einen schönen weiblichen Welpen. Er stammte von JACK ab, einem prächtigen Vertreter aus dieser letzten Zucht. Sowohl GUESS als auch JACK hatten ein leicht gekräuseltes Fell: Das war der Grund warum sie als Ausstellungshunde disqualifiziert wurden, da der Rassestandard ein glattes Fell vorschreibt. Offen gestanden finde ich es jammerschade, dass das glatte Fell der Standard ist, waren doch die meisten Vorfahren des Neufundländers rauhaarig – wie auch das gewellte Fell eine bessere Unterwolle aufweist.
Über den würdevollen JACK ist sicher viel geschrieben worden und manch einer aus St. John´s wird sich seiner noch erinnern. Er begleitete die kleinen Kinder der Familie auf ihren Schulwegen. Dabei schob er sich mit rührender Sorge zwischen sie und dem gefährlichen Straßenrand. Man konnte ihm ein vierjähriges Kind anvertrauen das er mit einem zweirädrigen Karren oder einem Schlitten durch die Straßen zog, ohne umzustürzen. Er konnte eine schwere Tasche an ihren Griffen weit über eine Meile tragen, ohne einmal abzusetzen. Dabei konnte er heftig protestieren, wenn sein Herr selbst ein Paket trug. War aber andererseits immer dazu bereit diese Arbeit seinem Herrn abzunehmen.
Ich erinnere mich mit Vergnügen an die Geschichte die sich in einem Frühling jener Jahre abspielte, als die Kneipen noch den ganzen Tag geöffnet hatten. Übrigens berichtete damals auch eine Tageszeitung mit der Überschrift : „Ein nachdenklicher Mensch“. Demnach besuchte ein Mann auf dem Weg von der South Side am Rawlin´s Cross eine Kneipe um sich eine Erfrischung zu genehmigen. Er hatte ein Bündel „flippers“ (Seehundflossen) dabei die er vor der Tür ablegte. Kurze Zeit später waren sie verschwunden und manch einer meinte, sie seien gestohlen worden. Später fand man heraus, dass JACK, der sich tagsüber auf den Straßen herumtrieb, dieses schmackhafte Mahl sah und in seinen Zwinger schleppte. Der interessanteste Teil dieser Geschichte war jedoch, dass JACK am nächsten Tag in Begleitung eines anderen Neufundländers gesehen wurde. Beide liefen auf den Hof, JACK verschwand in Zwinger und holte für sich und seinen Begleiter eine Flosse hervor – die sie dann auch gemeinschaftlich fraßen.
JACK griff niemals Hunde an oder kämpfte mit ihnen wenn sie kleiner waren als er. Bei Hunden seiner Größe war er jedoch durchaus zu einem beherzten Kampf bereit. Einmal setzte er sich mit einer Bulldogge, ebenfalls JACK genannt, auseinander. Als diese ihn zu packen suchte, steckte er ihren Kopf einfach in eine Schneewehe bis die Bulldogge verzweifelt nach Luft schnappte.
Weitere Beispiele für die Nützlichkeit der Neufundländer und ihren Scharfsinn:
Einer meiner Freunde war von der Rebhuhnjagd begeistert, legte aber keinen Wert auf einen Führer. Vielmehr stattete er seinen Neufundländer mit Tragekörbe aus. Der Hund apportierte die Vögel, Herrchen legte sie in die Körbe und der Hund trug sie, die Munition und das Jagdfrühstück. Und erfüllte damit fast alle Anforderungen an einen Jäger.
Der Neufundländer GUARD gehörte Mr. John Green aus Trinity und war darauf trainiert jeden Morgen die Milch zu holen. Unterwegs erlaubte er es niemandem, ihm die Milchkanne wegzunehmen. Wenn er die Milchkanne zurückbrachte bekam er zur Belohnung einen Keks. Eines Tages kam er mit der leeren Kanne zurück und stellte sie vor seinem Frauchen ab. Sie dachte schon, er hätte einen Fehler gemacht. Doch als sie in die Kanne blickte, fand sie einen Zettel auf dem stand, dass die Kuh den Milcheimer umgestoßen habe. Man möge doch den Hund um 5 Uhr nachmittags wieder vorbeischicken. Mrs. Green gab ihm einen Keks. Und um 5 Uhr machte er sich wieder auf den Weg.
Einen ersten Fortschritt machte die hiesige Neufundländerzucht im Jahre 1910, als man Dr. Grenfell einen hervorragenden Neufundländer aus englischer Zucht zum Geschenk machte. Allerdings erreichte der Hund so spät Neufundland, dass es unmöglich war ihn im gleichen Jahr noch mit dem Küstendampfer in den Norden zu bringen. Der Gouverneur von Neufundland, Seine Exellenz Sir Ralph Williams, bat mich daher, den Hund bis dahin in sichere Verwahrung zu nehmen. So verblieb der Neufundländer für einige Zeit in der Obhut meines Freundes, des seligen James R. Stick. Der Hund hieß EARL GREY´S BOPS und war wunderschön gebaut. Ein Hundetyp, den wir beibehalten sollten.
In den Kriegsjahren ( Anm.: des 1. Weltkrieges), vor allem in der Zeit der Lebensmittelrationierung ging die Hundezucht in England zurück. Um negativen Auswirkungen der Inzucht entgegenzuwirken kreuzte man beim Neufundländer den Mastiff als Blutauffrischung ein. Dies brachte zwar mehr Größe aber auch Fehler, wie ein massigerer Kopf, ein unausgeglichener Körper, Trägheit und ein Falkenauge. Gleichzeitig verschwand auch die Unterwolle fast vollständig. Noch schwerwiegender war jedoch, dass bei den Nachkommen der sanfte Charakter des bisherigen Neufundländers verloren ging.
Im Jahre 1913 gab es einen weiteren Zugang aus englischer Zucht. Mr. Eric A. Bowring importiere ein Neufundländerpärchen aus England. Der Rüde hieß offiziell KAYLE aber er hörte auf den Namen DRAKE. Die Hündin hatte den Namen NATIVE GIRL wurde aber gewöhnlich NAN gerufen. Sie war übrigens eine Enkelin aus der Verbindung mit meiner Hündin BAGHEERA und dem CHAMPION FERROL NEPTUNE. DRAKE war ein Hund von exzellentem Körperbau und schönem Aussehen. Mit dem Apportierinstinkt des alten Neufundländers versehen mangelte es ihm aber unglücklicherweise an der notwendigen Unterwolle. Sechs Monate nach der Ankunft starb er an einer Lungenentzündung. Durch das Entgegenkommen von Mr. Bowring wurde DRAKE mit unserer Hündin WESTERLAND DEIDRAH gepaart. Von den acht geworfenen Welpen verblieben mit WESTERLAND WATCH und WESTERLAND MIN nur zwei Welpen hier auf der Insel. Die anderen Welpen wurden nach Canada und in die USA verkauft. WESTERLAND DEIDRAH war eine Enkelin von JACK und EARL GREY´S BOPS.
Und wenn ich einmal WESTERLAND WATCH beurteilen soll, so zeigten sich keinerlei Merkmale der Mastiffvorfahren. Vielmehr hatte er die Unterwolle und die Widerstandsfähigkeit der hiesigen Zucht. Seine Größe, die dunkelbraunen Augen und das glatte Fell stammten aus dem Erbe seiner neufundländischen Ahnen.
Im Jahre 1923 gründete der spätere Minister für Landwirtschaft und Bergbau, Dr. Alex Campbell ein Zuchtbuch. Dr. Campbell war übrigens selbst Neufundländerzüchter. Nach Befürwortung durch den ehrenwerten W. J. Walsh wurde dieses Zuchtbuch im Jahre 1926 durch ein entsprechendes Gesetz des (neufundländischen) Parlamentes staatlich anerkannt.
Seither fand ein reger Zuchtaustausch mit England, den USA und Canada. Zuchtbücher wurden eingeführt deren Eintragungen von den einzelnen Ländern anerkannt wurden.
Im Jahre 1886 wurde in England „THE NEWFOUNDLAND CLUB“ gegründet.
Der moderne Rassestandard für den „Ausstellungs“-Neufundländer lautet:
„Breiter Kopf, schwer, Hinterhauptknochen gut entwickelt. Kein übermäßiger Stopp. Schnauze kurz und sauber geschnitten, eher quadratisch und mit feinem Haar bedeckt. Glattes Fell das beim Kämmen gegen den Strich wieder in seine natürliche Lage zurückfallen soll. Breiter Rücken, muskulöse Lenden, kräftiger Hals. Vorderbeine gerade, muskulös und befedert, weit herunter reichender Ellebogen.
Hinterkörper sehr kräftig. Beine mit großer Bewegungsfreiheit und wenig Befederung. Tiefe Brust aber auch recht breit, dabei mit viel Fell, jedoch nicht gekräuselt, bedeckt. Starker Knochenbau, jedoch nicht so, dass der Hund einen schweren, unbeweglichen Eindruck macht. Große, gut geformte Pfoten. Gespreizte oder ausgedrehte Pfoten sind nicht einwandfrei. Kleine Augen, dunkelbraun, kein Falkenauge, ziemlich tiefliegend dabei weit auseinander stehend.
Ohren hoch angesetzt, im rechten Winkel zum Kopf, dabei dicht anliegend und mit kurzen, nicht gekräuselten Haaren.
Farbe: Mattes pechschwarz, gegen einen leichten, bronzefarbenen Anflug und gegen weiße Abzeichen auf Brust und Zehen ist nichts einzuwenden.
Bei den weiß-schwarzen Hunden sind folgende Markierungen erwünscht: Schmale Blesse auf dem ansonsten schwarzen Kopf. Gleichmäßig gefärbter Sattel, schwarzer Steiß einschließlich Rute.
Die Rute ist relativ dick, gut behaart, jedoch nicht fahnenförmig. In Ruhe herabhängend mit einem leichten Bogen am Schwanzende, herunterreichend bis etwas unterhalb des Sprunggelenkes. Ist der Hund in Bewegung, soll die Rute leicht angehoben, in starker Erregung am Ende leicht aufwärts gebogen sein. Der Hund sollte mächtig und sehr beweglich erscheinen. In guter Bewegung schwingt der Rumpf zwischen den Läufen leicht hin und her. So, dass sich ein leicht rollender Gang zeigt.
Größe:
Rüden ca. 28 inch (71 cm)
Hündinnen ca. 26 inch (66 cm)
Gewicht
Rüden 140 - 150 lbs. ( 63 - 68 kg )
Hündinnen 110 - 120 lbs. ( 50 - 55kg)
WESTERLAND WATCH wog mit neun Monaten 137 lbs. (62 kg). Sein Sohn SAILOR im Besitz des ehrenwerten R. B. Job, erreichte eine Schulterhöhe von 32 inches (81 cm) und ein Gewicht von 170 lbs. (97 kg). WESTERLAND SIRIUS brachte es auf eine Schulterhöhe von 28 inches (71cm) und ein Gewicht zwischen 145 lbs. (65kg) und 160 lbs. (72 kg).
Gute Fütterung ist die Voraussetzung für die Zucht großer und gut entwickelter Hunde: Essensreste, Fleisch, Fisch, Backwaren und Milch. Zweimal pro Woche ein wenig Schwefel. Im Winter pro Tag ein Teelöffel Lebertran fordert das Wachstum.
Trockene Lagerstätten mit genügend Platz für Auslauf und Spiel sind notwendig. Bei diesen Maßnahmen werden die Welpen 3 lbs. ( 1,6 kg) pro Woche zunehmen.
Um den Leser von den angeborenen Fähigkeiten zu überzeugen die den meisten Neufundländern innewohnen, ist den Anektdoten um den Neufundländer schon sehr viel Platz eingeräumt worden. Doch man wird diesem Hund nicht gerecht, wenn ich die Heldentaten von BILLY vorenthalten würde.
Er wurde im Alter von 10 Monaten erstmals zum Baden mit an das Meer genommen. Man konnte ihn aber nicht dazu bewegen in die Brandung zu gehen. Doch als sein Herrchen ein wenig hinaus schwamm, die Hand hob, schrie und versank, dachte der Welpe nur an die Gefahr in der sein Herr schwebte. Mit einem Heulen stürzte er in das Wasser und schwamm hinaus um zu helfen.
Und von einem anderen Hofhund sei hier berichtet. Denn er fühlte die Angst einer ihm fremden Krankenschwester, die auf dem Heimweg von einem betrunkenem Mann belästigt wurde. SIEGER kam aus seinem Zwinger; knurrte und jagte den Mann fort. Anschließend begleitete er die Dame wie ein Kavalier auf ihrem Heimweg und kam erst anschließend wieder nach Hause.
Es gibt wohl keine Hunderasse die einen größeren Anspruch auf den Titel „Freund des Menschen“ hat . Für sein Können und seine Bereitschaft, Menschen aus der Gefahr zu retten, ist er berühmt.
Der Neufundländer ist ein idealer Gefährte und Wächter - ja, man muss sagen, er ist ein verkannter Wachhund.
Falls jemand mit einem Mitglied „seiner“ Familie“ in einem rauhen Ton spricht, wird er knurren und im Falle der Gefahr wird er seinen Herrn nicht verlassen, sondern verteidigen.
Aber ich muss darauf hinweisen, dass die Ausbildung dieser Eigenschaften natürlich in starkem Maße vom Hundehalter abhängt. Denn kein Hund wird sich anständig entwickeln wenn er vernachlässigt oder gar misshandelt wird. Wenn man anständig mit ihm umgeht und auf ihn eingeht, kann der Neufundländer für alle denkbaren Zwecke ausgebildet werden, sieht man einmal vom Erlernen der menschlichen Sprache ab.
Ich möchte mit der schönen Anerkennung schließen die Scott dem Neufundländer in der Zeitschrift „British Field Sports“ zuteil werden ließ:
„Er ist eines der makellosesten und natürlichsten Tiere. Mit einem Naturell ausgestattet das keine Feindschaft dem anderen gegenüber kennt. Im Gegenteil. Instinktiv und freiwillig ist er der Freund jedermanns, wobei er es sich nicht nehmen lässt, zu helfen oder gefällig zu sein. In seiner Anhänglichkeit gleicht er einem Spaniel. Und wenn wir in dieser Lobrede auf die Beziehung dieses wundervollen Tieres mit dem Menschen eingehen wollen, so zeichnet sich der Neufundländer durch seine Freundlichkeit, Herzensgüte, Empfindsamkeit, seinen Mut, seine Tapferkeit und Beharrlichkeit aus.“
( Deutsche Übersetzung: Wolfgang Dettlaff)